JTTY: Neuer Digimode im Praxistest

Das Team um Nobelpreisträger Joe Taylor hat mit WSJT-X 3.2.0-rc1 den neuen Digimode JTTY eingeführt. JTTY verbindet klassische RTTY-Tastaturkommunikation mit moderner Schwachsignal-Codierung.
Daniel HB9HGH hat die Testversion eingerichtet. Die Installation der Software beanspruchte kaum fünf Minuten. Für einen erfolgreichen Start ist nach der Einrichtung allerdings ein wichtiger Schritt notwendig, sofern man bereits eine frühere Version von WSJT-X installiert hat: Im Frequenzfenster muss über einen Rechtsklick und die Reset-Funktion die Frequenztabelle aktualisiert werden.
Texteingabe und Makros
Technisch nutzt JTTY eine 4-Ton-GFSK-Wellenform mit 1,888-Sekunden-Frames in einer Bandbreite von rund 127 Hz. Im Gegensatz zu den automatisierten FT-Betriebsarten erlaubt dieser Modus den direkten Textversand über die Tastatur sowie die Zuweisung von Makros auf die Funktionstasten F1 bis F8. Signal-Subtraktion und adaptive Dekodierung unterstützen den Empfang bei Signalschwund oder überlappenden Stationen. Protokolliert wird der Verkehr in der bekannten ALL.TXT-Datei, während eine MMTTY-kompatible Schnittstelle die Anbindung an Logger-Software ermöglicht.
Der Betrieb in der Praxis überzeugt: Von der Schweiz aus gelang auf Anhieb ein QSO mit einer Station in Dänemark. Da einzelne Logging-Programm, darunter bspw. Log4OM, die neue Betriebsart noch nicht implementiert haben, ist zwar das Erfassen der Verbindung möglich, nicht aber eine Nachbearbeitung des Eintrags. Der Live-Tastaturbetrieb bereitet im Shack aber dennoch sofort Freude.
Downloadseite für WSJT-X 3.3.0-beta1
Published by HB9HGH
